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Welcher Bodengrund eignet sich für welche Schildkröte? Diese Frage wird immer wieder viel Diskutiert und leider gibt es noch immer viele Irrtümer bei diesem doch sehr wichtigen Thema.

  

Bodengrund für Weichschildkröten:

Weichschildkröten benötigen im Aquarium eine hohe Schicht aus feinem Sand. Dabei ist es egal ob es sich um Flusssand, gewaschener Bausand oder Quarzsand handelt. Er sollte allerdings nicht aus gebrochenen größeren Steinen hergestellt sein, da dieser Sand sehr scharfkantig ist und die Schildkröten sich daran verletzen könnten. Für ausgewachsene Weichschildkröten muss die Sandschicht so gewählt werden, dass sich die Schildkröten ohne Probleme darin komplett vergraben können. Wenn sie die Höhe der Sandschicht richtig gewählt haben, dann sind die Weichschildkröten nicht mehr zu sehen.

Nun kann man bei der Haltung von Weichschildkröten von einer “artgerechten Haltung” sprechen. Tiere die so gehalten werden sind ruhiger und weniger gestresst, weil sie sich sicher fühlen.

Zu wenig oder sogar gar kein Sand im Aquarium ist für die Schildkröten ein erheblicher Stressfaktor und die Tiere können absonderliche Verhaltensweisen entwickeln. Diese Verhaltensweisen können unteranderem Silikon fressen, Selbstverletzung und nervöses hin und her schwimmen sein.

 

 

Bodengrund für Wasser- und Sumpfschildkröten:

Diese Schildkröten brauchen je nach Verhalten eine mehr oder weniger dicke Schicht Bodengrund im Aquarium. Graben sich die Tiere auch gerne im Boden ein, sollte er höher gewählt werden als bei nicht grabenden Arten. Schildkrötenarten die mehr am Boden herum laufen, benötigen eine höhere Schicht Bodengrund, damit sie sich beim Laufen vernünftig abstoßen können.

Als Material kann man wie bei den Weichschildkröten schon beschrieben, feinen Sand verwenden. Kies kann man auf für die meisten Wasserschildkröten verwenden, ist aber nach dem Sand erst zweite Wahl. Bei Kies sollten die Kieselsteine so groß gewählt werden, das sie bei verschlucken ohne Probleme wieder ausgeschieden werden können. Zu große Steine können zu Verstopfung führen und letztendlich zum Tod der Schildkröte.

 

 

Bodengrund für terrestrisch lebende Sumpfschildkröten:

Diese Schildkröten benötigen einen hohen und relativ weichen Boden. Erde aus Laubwäldern, eignet sich hier am allerbesten. Sie ist voll mit Bodenorganismen, die den Kot der Schildkröte abbauen und so zur Reinhaltung des Terrariums beitragen. Außerdem werden die größeren Bodenorganismen gerne von den Schildkröten gefressen. Bitte achten sie auch hier darauf, dass der Bodengrund hoch genug ist (mindestens 10cm hoch) und sich die Tiere leicht in den Boden eingraben können. Eine Schicht aus Buchenlaub oder ähnlichem Laub schützt den Boden vor Austrocknung und gibt den Schildkröten eine gute Deckung.

 

 

 

Bodengrund für Landschildkröten:

Landschildkröten benötigen einen Bodengrund der trittfest ist und den man leicht feucht halten kann. Hier eignet sich Gartenerde mit Humus Anteil. Ist der Boden sehr fest, kann man die Erde mit etwas Sand vermischen. Landschildkröten fressen gelegentlich von der Erde und werten so ihre Darmflora auf zudem nehmen sie so wichtige Mineralstoffe auf. Achten sie auch darauf, dass sich die Schildkröte auf dem Boden gut fortbewegen kann. Auch bei Landschildkröten muss der Bodengrund so hoch gewählt werden, damit sich die Tiere eingraben können und der Boden lange feucht bleibt. Je höher der Bodengrund desto leichter lässt sich die Luftfeuchtigkeit im Terrarium regeln!

Verzichten sie bitte unbedingt auf reinen Torf, Blumenerde, reinen Sand, Kies, Holzspäne, Heu, Stroh, Katzenstreu, Zeitungspapier und Tongranulat. All diese Untergründe verursachen bei ihren Schildkröten Krankheiten und Missbildungen und stellen eine nicht artgerechte dar!

Private Schildkrötenstation Meerbusch  |  (C) by Dirk Nowak