Würmer:

Schlammröhrenwürmer (Tubifex tubifex), man findet diese kleinen Würmer in allen möglichen Gewässertypen. Sie ernähren sich von organischem Material und stecken meist mit einer hälfte ihres Körpers im weichen Bodenschlamm. Werden sie gestört können sie sich ganz schnell in ihre Röhre zurück ziehen. Da man sie auch oft in stark belastetem Wasser findet sollte man mit dem Verfüttern dieser Tiere Vorsicht walten lassen.

Regenwurm (Lumbricus terrestris), ist ein hervor ragendes Futter für unsere Wasserschildkröten. Man findet ihn im Garten beim Umgraben das Gartenbodens oder auch unter Steinen und vermoderndem Holz was auf dem Boden herum liegt. Nach starken Regenfällen kann man sie sogar je nach Jahreszeit so vom Boden und Wegen aufsammeln. Da Regenwürmer unter anderem auch Erde fressen sind sie sehr mineralstoffreich und auch als gutes Aufzuchtfutter für junge Schildkröten geeignet.

Mückenlarven:

Zuckmücke (Chironomus plumosus), ist ein sehr zartes Insekt was nur wenige Tage lebt. Man kann sie im Sommer in Schwärmen tanzen sehen was dann später auch die Paarung dieser Insekten einleitet. Diese Mücken kennen wir eher als Larven es ist die „Rote Mückenlarve“. Vielen von uns aus dem Futterhandel bestens bekannt findet man sie hier meist in Tafeln tiefgefroren, getrocknet oder auch mal frisch als Lebendfutter.

Büschelmücke (Corethra plumicornis), ist ein sehr zartes und langbeiniges Insekt. Wir kennen sie besser unter dem Namen „Weisse Mückenlarve“. In der Schildkrötenfütterung sind sie kaum von Bedeutung was wohl daran liegt das sie fast durchsichtig sind und so nur schwer von unseren Pfleglingen aufgespürt werden können. Im Futterhandel findet man sie meist als Lebendfutter.

Stechmücke (Culex pipiens), ist wohl die bekannteste von den drei hier vorgestellten Arten. Wie oft raub uns dieser kleine Blutsauger in warmen Sommernächten den letzten Nerv und meist auch ein bisschen Blut. Die Männchen sind ganz harmlose Gesellen die kein Blut saugen nur die Weibchen brauchen Blut um zur Eiablage schreiten zu können. Ihre Larven werden auch „Schwarze Mückenlarve“ genannt. Sie findet man auch im Futterhandel tiefgefroren in Tafeln oder getrocknet. Tiefgefroren ist sie eine willkommene Abwechslung in der Schildkröten Aufzucht und wird von Jungtieren kleinbleibender Arten gern gefressen.

Schnecken und Muscheln:

Schlammspitzschnecke (Lymnaea stagnalis), sind in fast jedem Teich, Tümpel oder See anzutreffen und sind ein hervorragendes Futter für Wasser- und Sumpfschildkröten. Man verfüttert die Schnecken lebend und mit samt ihrem Gehäuse was für die Schildkröten eine wertvolle Kalziumquelle darstellt.

Garten-Bänderschnecke (Cepaea hortensis), werden von vielen Schildkröten gerne gefressen. Man findet sie an Hecken und Waldrändern wo viele Brennesseln stehen und lassen sich bei trockenem Wetter gut von den Pflanzen absammeln. Da sehr viel Calcium enthalten sind sie ein sehr gutes Futter für Schnecken fressende Schildkrötenarten.

Miesmuscheln (Mytilus edulis), sind auch ein gutes Futter für unsere Schildkröten. Man kann sie tiefgefroren und ohne Schale im Tierfutterhandel erwerben. Sie sind reich an Mineralstoffen und Spurenelementen und sollten den Schildkröten ab und zu gereicht werden.

Fisch:

Süßwasser Fisch, eignet sich sehr gut für die Ernährung unsere Schildkröten. Ich möchte hier keine speziellen Fische empfehlen da die Auswahl einfach zu gross ist. Es eignet sich eigentlich jeder Fisch den man bei uns im Supermark, Fischzuchtanstalt oder im Zoofachhandel kaufen kann. Man sollte bei der Grösse des Fisches allerdings auch die Grösse der Schildkröte beachten. Wenn möglich werden die Fische komplett mit Schuppe, Gräten und Innereien verfüttert da sich dort für die Schildkröte wichtige Nährstoffen befinden.

Geflügel Fleisch und Innereien:

Hühnerfleisch, eignet sich auch gut für die Ernährung von Wasser- und Sumpfschildkröten. Es ist sehr mager und reich an Mineralstoffen. Ich füttere meinen grossen Schnappschildkröten gelegentlich mageres Hähnchenbrustfilet. Der Nachteil bei diesem Futter ist der Preis.

Innereien von Geflügel, eignet sich auch gut als Schildkrötenfutter. Besonders Herz und Magen können verfüttert werden. Es ist sehr mageres Muskelfleisch und daher für unsere Schildkröten bestens geeignet. Mit Leber sollte man allerdings vorsichtig sein da sie sehr viel Vitamin A enthält was bei zu häufiger Fütterung gesundheitsschädlich für unsere Tiere ist.

Krebstiere:

Bachflohkrebse (Gammarus pulex), bekommt man in getrockneter Form im Fachhandel zu kaufen. Man kann es seinen Schildkröten als Ergänzungsfutter anbieten, meist wird es auch gerne und gierig gefressen. Eignet sich aber keinesfalls als Hauptfutter da es zuwenig, für die Schildkröte, brauchbare Nährstoffe enthält. Man kann auch versuchen sich lebende Bachflohkrebse aus einem sauberen Bach oder Fluss zu besorgen und versuchen diese kleinen Gesellen zu züchten und sie den Schildkröten lebend zu füttern.

Flusskrebs (Astacus astacus), bekommt man heute auch schon in guten Zoofachhandlungen und über das Internet. Wenn man genügend Platz zur Verfügung hat kann man eine kleine Zucht anlegen und seinen Schildkröten mit frischen Flusskrebsen füttern. Leider sind solche Zuchten nicht so ergiebig das man seinen Tieren im grösseren Still mit Flusskrebsen versorgen kann. Allerdings gibt es im Handel auch noch ein paar kleiner Ausländische Krebsarten die sich wohl auch im Aquarium sicher und leicht nachziehen lassen.
Hierbei handelt es sich auch um ein sehr gutes und wertvolles Schildkrötenfutter.

Kleinsäuger:

Mäuse, Ratten, Hamster und junge Meerschweinchen kann man grösseren Schildkrötenarten verfüttern. Bitte stimmen sie die Grösse der Nagetiere auf ihre Schildkröten ab. Die Happen sollten so gross sein das die Schildkröte die Tiere mit ein paar bissen schlucken kann. Sind die Nagetiere zu gross gewählt, zerfetzen die Schildkröten die Nager und es bleiben Blut und Fleischrest im Becken zurück. Dies führt wenig später zu starker Geruchsbelästigung!

 

Private Schildkrötenstation Meerbusch

(C) by Dirk Nowak
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